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April Challenge: Orangen-Brotauflauf mit falschem Schokoladen-Eis


APRIL CHALLENGE 

 

DICK HALLORANN AUS THE SHINING

 

ORANGEN-BROTAUFLAUF MIT FALSCHEM SCHOKOLADEN-EIS

 

[für 4-6 Portionen]

 

Über Barbaras Herausforderung für den April habe ich mich besonders gefreut. Es erwartete mich nämlich ein Ausflug ins Universum des Meisters Stephen King, das mittlerweile weit über 60 Romane, 100 Kurzgeschichten, zahlreiche Novellen und Drehbücher umfasst. In dieser Welt sind es vor allem Kings frühe Werke, aus den späten 70ern, 80ern und den beginnenden 90ern, die zu meinen absoluten Lieblingen gehören.

 

Eines von ihnen führt dabei die Liste [wenn auch knapp] an und das ist sein 1977 erschienener Roman ‚The Shining‘, den ich bereits in einem früheren Blog-Post thematisiert habe.

 

Doch anders als zu erwarten gewesen wäre, ging es dieses Mal nicht um die Familie Torrance [Wendy, Jack und Danny] in ihrer Rolle als Hauptcharaktere, sondern um eine bedeutenden Nebenfigur.

 

Nachdem die Torrances im Overlook Hotel angekommen sind, das sie während des Winters betreuen sollen, bekommen sie neben allen allgemeinen Informationen und technischen Details, auch eine Führung durch die Küche und die angrenzenden Vorratsräume. 

 

[Mitunter kann während der kalten Monate nämlich eine Menge Schnee fallen und man ist gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Es empfiehlt sich also eine gute Ration Vorräte parat zu haben!]

 

Der Hotelkoch Dick Hallorann zeigt Wendy Torrance eben diese Vorräte. Er wird von ihr als jemand beschrieben, der so ganz anders ist als die Köche, die sie bei einem Luxuspalast wie dem Overlook vor Augen hatte. Außerdem zeichnet er sich durch einen ganz und gar ansteckenden Humor aus, der dafür sorgt, dass er gleich einen Draht zu Danny hat, dem Sohn der Torrances.

 

Nach der Führung bittet Dick Danny ihm mit seinem Gepäck zu helfen, da er nun wie alle anderen Hotelangestellten in die Ferien außerhalb der Saison aufbrechen wird. Er entdeckt in dem kleinen Jungen eine Gabe, die er selbst ebenfalls besitzt und die nur bekannt ist als ‚das Shining‘. 

 

Gemeint ist eine Art Hellsichtigkeit, die King dadurch kennzeichnet, dass Menschen, die über sie verfügen vorher wissen, was passieren wird, andere Menschen sehr gut einschätzen, mitunter Gedanken lesen und sich ohne zu sprechen mit anderen hellsichtigen unterhalten können.

 

Weil er weiß, dass das Hotel eine düstere Macht verbirgt und sich negativ auf empfindsame Menschen mit dem Shining auswirken kann, warnt er Danny und empfiehlt ihm sehr vorsichtig zu sein.

 

Später, während die Dinge im Overlook sich überschlagen und Jack langsam den Verstand verliert, ruft Danny mit seinem Shining nach Dick und dieser macht sich von Florida aus auf dem Weg zu ihm. Letztendlich kann er Wendy und Danny im Roman rechtzeitig zur Hilfe kommen, während er in der gleichnamigen Verfilmung von Stanley Kubrick sterben muss.

 

Dick Hallorann taucht darüber hinaus auch in anderen King Romanen auf. Unter anderem in ES, wo er mithilfe seines Shinings einige seiner Armee-Kollegen vor einem Feuer retten kann.

 

Ich mag ihn als Charakter sehr und er beweist, dass Stephen King nicht nur seine Hauptprotagonisten mit Liebe und Sorgfalt aufbaut. Auch diejenigen, die vermeintlich nebensächlich sind, haben eine ganz eigene Geschichte, einen ganz eigenen Charakter und sind deshalb nur ein Grund mehr, warum ich die Arbeiten des Meisters aus Maine so zu lieben gelernt habe!




Bei der Wahl eines Gerichts stand eine Zutat sofort fest: Orangen. Dick erzählt Danny nämlich, dass er jedes Mal bevor das Shining ihm eine Vision oder eine Ahnung schickt, Orangen riechen kann. Er beschreibt es so, als würde eine ganze Kiste mit den Früchten vor ihm stehen und ihren Duft verbreiten. [So war es auch, als er das Zugunglück, bei dem sein Bruder ums Leben kann, vorhersehen konnte.]

 

Während der Führung durch die Vorratskammern des Overlook bekommt man eine kleine Ahnung, was sich alles in den Regalen, Kühlungen und Schränken türmt. Dazu gehört neben vielem anderen auch Brot. Dick zählt genau auf wie viele fertige Brotlaibe und wie viel Mehl sich finden lässt und betont, dass das beste Brot definitiv das Selbstgebackene ist.

 

So kam ich auf die Idee Brot zu meiner Hauptzutat zu machen. Da ich schon lange einen Brotlauf probieren möchte und wir stets eine Tüte mit Brotresten in der Kühltruhe haben, stand dieses Gericht sehr schnell fest [ich kann es auch Wendy nur empfehlen. So lässt sich während der winterlichen Schneestürme ganz hervorragend altbackenes Brot verwenden!]

 

Dazu sollte es aber noch eine Kleinigkeit geben. Ich musste an die Szene in Kubricks Film denken, in der Dick Danny über sein Shining aufklärt. Dort liest er dessen Gedanken und errät so Dannys Lieblingseissorte: Schokolade.

 

Naheliegend also dieses einfach mit dem Brotauflauf zu kombinieren. Leider sollte es einige der Zutaten, die ich dafür brauchte nicht geben und so musste ich improvisieren. Herausgekommen ist also unser falsches Schokoladen-Eis, das sich trotz allem hervorragend zu Kugeln formen ließ. Es hat übrigens den Vorteil, das es auf dem warmen Auflauf nicht sofort davonläuft!

 

Beides hat ganz hervorragend zusammengepasst und vor allem des hausgemachte Orangen-Curd für den Auflauf hat mich echt umgehauen. Es eignet sich eigentlich für alles und schmeckt sogar pur auf Brot ganz hervorragend!




Zubereitung

 

Zutaten für das Orangen-Curd:

 

  • 3 Orangen
  • 70 g braunen Zucker
  • Vanille
  • 30 g Speisestärke
  • 3 Eigelbe [Größe M]
  • 1 Prise Salz

 

Die Orangen auspressen, den Saft mit Zucker und Vanille in einem Topf aufkochen und so lange köcheln lassen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. 

 

Die Speisestärke mit etwas kaltem Wasser verrühren und während des Kochens zum Orangensaft geben. Kurz andicken lassen und dann vom Herd ziehen. Die Masse nun kurz abkühlen lassen, dann die Eigelbe unterziehen und eine Prise Salz hinzugeben.

 

Das Curd in eine Schüssel füllen und auf der Oberfläche mit Frischhaltefolie abdecken, damit keine Haut entsteht. Nun komplett abkühlen lassen. 

 

[Man kann es auch hervorragend am Tag zuvor vorbereiten und etwas durchziehen lassen.]

 

 

Zutaten für das falsche Schokoladen-Eis:

 

  • 80 g entsteinte Datteln
  • 60 ml Haferdrink / oder Milch
  • 250 g Ricotta
  • 100 g Zartbitterkuvertüre
  • 1 Prise Salz

 

Die Datteln und den Haferdrink glatt pürieren. Ricotta und Dattel Mischung cremig aufschlagen.

 

Die Schokolade fein hacken und über einem Wasserbad schmelzen. Anschließend unter die Ricotta-Masse schlagen, eine Prise Salz hinzugeben und alles in eine Dose füllen.

 

Die Dose fest verschließen und das ‚Eis‘ im Kühlschrank mindestens 2 Stunden fest werden lassen. Dann sollte man mithilfe eines Eislöffels Kugeln formen können.

 

 

Zutaten für den Brotauflauf:

 

  • zuvor zubereitetes Orangen-Curd
  • 8 Scheiben altbackenes Brot
  • 3 Eier [Größe M]
  • 300 ml Haferdrink / oder Milch
  • 150 ml Hafercreme / oder Sahne
  • 125 g Magerquark
  • Vanille
  • 30 g Zucker
  • Salz
  • 30 g Mandelstifte
  • 1-2 EL braunen Zucker

 

In eine Auflaufform etwas Orangen-Curd geben, eine Schicht Brot darauflegen [dazu die Scheiben eventuell halbieren oder sogar vierteln].

 

Nun auf das Brot wieder etwas Curd geben und eine zweite Schicht Brot darauf legen. Etwas Curd in die Zwischenräume geben.

 

Nun Eier, Haferdrink, Hafercreme, Quark, Vanille, Zucker und eine Prise Salz verquirlen. Die Mischung [am besten mit einer großen Suppenkelle] auf das geschichtete Brot geben. Sollte nicht alles hineingehen, einfach einen Moment warten, das Brot saugt sich schnell voll.

 

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Sobald der Ofen vorgeheizt ist die Mandeln und den braunen Zucker auf dem Auflauf verteilen und alles zusammen ca. 45-50 Minuten backen. Der Auflauf sollte nur noch leicht wackeln, die Ei-Masse gestockt sein.

 

Auflauf mit ‚Eis‘ servieren.

 

Tipp: Wir hatten noch eine ‚Vanillesauce‘ aus verdünntem Joghurt, Vanille, etwas Zucker und einer Prise Salz dazu. Das hat gut gepasst, weil es etwas Säure mitgebracht hat und erfrischend war.

 


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