Bowls-Wie-Wir


DIE WIE-ICH-BIN-BOWLS

 

[für je 4 Portionen]

 

Pauline und ich haben uns während einer unserer Blogbesprechungen Gedanken darüber gemacht, ob und wie man einen Menschen mit Hilfe von Lebensmitteln und Rezepten charakterisieren könnte. 

 

Irgendwann waren wir von unseren Gedanken so begeistert, dass wir das unbedingt ausprobieren wollten. 

 

Da so ein Mensch ja viele Facetten hat, dachten wir, eine Bowl wäre eine gute Idee. Wir haben sofort losgelegt und wollen euch das Ergebnis nicht vorenthalten. Los gehts!





 

BARBARAS-BOHNEN-BOXTY-BOWL

 

Bodenständig ist das erste, was mir zu mir einfällt. Deshalb mussten zwingend Kartoffeln in meine Bowl. Da ich aber auch immer offen für Neues bin, habe ich statt klassischer Salzkartoffeln irische Kartoffelplätzchen [Boxty] zubereitet.  

 

Ich hänge sehr an meiner norddeutschen Heimat, und die ist für mich untrennbar mit grünen Bohnen verbunden. Außerdem sind sie ein wenig altmodisch, genau wie ich. Tomaten repräsentieren meine Begeisterung an fremden Kulturen und meine Offenheit und Neugier gegenüber anderen Menschen. Tomaten gibt es eben überall und sie bilden so den kleinsten gemeinsamen Nenner der kulinarischen Völkerverständigung. 

 

Ich liebe eine gewisse liebenswürdige Frechheit [RuPaul würde sagen: I do sassy, i don`t do bitchy], sozusagen eine nette kleine Schärfe nach hinten raus...daher die Jalapenos. 

 

Meinen Sinn für Humor habe ich von meinen Eltern gleichermaßen geerbt. Alles geht einfach besser, wenn man lacht, vor allem über sich selbst. Mein Symbol für den Humor sind hier die Blaubeeren. In dieser Bowl sind sie ja eher lächerlich aber trotzdem richtig lecker. 

 

Mein Harmoniebedürfnis stellt sich in meinem Dressing da. Es ist schlicht und cremig und verbindet all die verschiedenen Bestandteile der Bowl zu einem homogenen Gericht. 

Le Bowl c‘est moi!

 

Zubereitung

 

Zutaten Boxty:

 

  • 500 g Kartoffeln
  • 2 Eier [Größe M]
  • 125 g Dinkelmehl Typ 630
  • ½ TL Backpulver
  • 150 ml Buttermilch
  • Salz
  • Öl oder Butterschmalz

 

2/3 der Kartoffeln kochen, 1/3 roh reiben. Gekochte Kartoffeln durch eine Presse drücken. Mit den übrigen Zutaten zu einem Teig verrühren. Etwa handtellergroße Teigfladen in derPfanne in Öl oder Butterschmalz goldbraun braten. 

 

 

Zutaten Dressing:

 

  • ½ Becher Creme légère
  • Petersilie nach Geschmack, gehackt
  • etwas Knoblauch
  • 1 EL Zitronensaft
  • ½ TL Senfsaat
  • Salz, Pfeffer

 

Alles zusammenrühren und gegebenenfalls mit etwas Zucker abschmecken.

 

Für die Bowl auf einem Bett aus Romanasalat Boxty, grüne Bohnen, Tomaten, Jalapenos und Blaubeeren in hübsch anrichten und mit dem Dressing beträufeln. 





PAULINES IN-LETZTER-MINUTE-BOWL

 

Wie charakterisiert diese Bowl mich? Das ist eine gute Frage und ein wirklich plausible Antwort habe ich darauf ehrlich gesagt nicht. Zum einen habe ich Zutaten verwendet, die ich gerne esse. Salatgurke, Apfel, Süßkartoffeln, Polenta und eine weiße Creme. Zum anderen ist es vermutlich eher die Entstehungsgeschichte, die mich beschreibt …

 

Ich bin ein extrem organisierter Mensch und liebe es Pläne und Listen zu schreiben. Wenn wir also unsere wöchentliche Besprechung am Sonntag haben und festhalten, was es die Woche über zu Essen gibt, mache ich mich mit großer Freude daran die Rezepte auszudenken und penibel aufzuschreiben, welche Zutaten ich in welche Mengen für welches Gericht brauche.

 

Das Unpraktische daran? Ich schmeiße praktisch alles in der Sekunde, in der es ans Kochen geht, wieder über den Haufen und mache es anders. So war es auch bei der Bowl. Ich dachte ich wüsste, was hinein soll, aber eine Stunde vor dem Kochen kam mir eine neue Idee. Das lief dann in meinem Kopf ungefähr so ab: Ich will Knödeln. Ich will Knödel aus Polenta. Die sollen schmecken wie Falafel.

 

Gesagt getan und überraschenderweise sind sie sogar echt gut geworden.

 

Zu ihnen gesellt haben sich ein cremiger Süßkartoffel-Hummus, ein Dip aus Creme légère und Gemüse. Irgendwie ist die Bowl damit solide und bodenständig. Sie wagt sich an neue Gewürze und kombiniert diese mit Zutaten aus allen möglichen Küchen dieser Welt. Sie ist schlicht, aber nicht langweilig. Der Apfel steht für meine Heimat im Alten Land, die Gurke für meinen Hang zu Rohkost.

 

Ja, ich glaube ich habe es ganz gut getroffen. Zumindest geschmacklich hat sie mich überzeugt…

 

Zubereitung

 

Zutaten für den Süßkartoffel-Hummus:

 

  • 350 g geschälte Süßkartoffel
  • 30 g Tahini [Sesampaste]
  • 2 EL Ahornsirup
  • Zitronensaft
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • Kreuzkümmel, Paprika, Bockshornklee
  • Salz, Pfeffer
  • Gehackte Petersilie

 

Die Süßkartoffeln in Wasser garen oder dämpfen. Anschließend zerdrücken und auf einem Teller ausdampfen lassen.

 

Tahini mit Ahornsirup und Zitronensaft verrühren. Den Knoblauch fein hacken und mit den Gewürzen, Salz und Pfeffer untermischen. Sobald die Süßkartoffel abgekühlt ist unter die Tahiti-Mischung rühren, abschmecken und zum Schluss die Petersilie unterheben.

 

 

Zutaten für die Polenta-Falafel:

 

  • 250 ml Hafer- oder Mandeldrink
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 40 g Butter
  • 150 g [Instant-]Polenta
  • Muskatnuss, Sumach, Bockshornklee, Kreuzkümmel
  • Honig
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Ei [Größe M]

 

Außerdem:

 

  • 1 EL Butter
  • 30 g Semmelbrösel
  • Edelsüßes Paprikapulver

 

Pflanzendrink und Brühe mit Butter aufkochen. Polenta mit Gewürzen verrühren [lieber etwas kräftiger würzen, da die Masse ordentlich Wumms braucht!]

 

Die Polenta unter ständigem Rühren in die kochende Flüssigkeit einrieseln lassen. Die Masse so lange auf dem Herd lassen, bis sie eingedickt ist. Dann von der Platte nehmen und abgedeckt ca. 15 Minuten ausquellen lassen.

 

Wenn die Polenta gequollen und lauwarm abgekühlt ist, das Ei unterziehen und mit feuchten Händen Knödel formen. Diese anschließend in Salzwasser oder Gemüsebrühe garen. Das Wasser sollte nicht sprudelnd kochen, sobald die Klöße an die Oberfläche steigen, sollte man sie noch kurz ziehen lassen. Dann herausnehmen und auf einen Teller legen.

 

In einer Pfanne bei mittlerer Hitze die Butter zerlassen. Semmelbrösel und Paprikapulver darin kurz anrösten, dann vorsichtig die Knödel in die Pfanne geben und in den Bröseln wälzen.

 

 

Zutaten für die weiße Creme:

 

  • 100 g Creme légère
  • Ahornsirup
  • Salz, Pfeffer

 

Alle Zutaten verrühren und abschmecken.

 

Für die Bowl gehackten Romanasalat in eine Schüssel geben. Apfel und Gurke in Scheiben bzw. Sticks schneiden. Falafel darauf anrichten und mit Creme und schwarzer Sesamsaat garnieren.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0