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Eine Mahlzeit inspiriert von Stephen King's 'The Shining'


EINE MAHLZEIT INSPIRIERT VON STEPHEN KING’S THE SHINING

 

[für 4 Portionen und 12 Mini-Pies]

 

Klingt eigentlich nach einem verlockenden Jobangebot: ein riesiges Luxus-Hotel in den Bergen Colorados sucht einen Hausmeister für die Wintermonate, in denen es geschlossen hat. Das ganze Anwesen steht zur Verfügung, man kann sich frei in den Räumlichkeiten bewegen, der Vorratsschrank ist bis oben hin gefüllt mit Lebensmitteln und alles was man tun muss, ist sich alle Stunde einmal um den Heizkessel zu kümmern und ein paar der hausmeisterlichen Aufgaben zu bewältigen, die eben so anfallen. 

 

Auch Englischlehrer Jack Torrance wird hellhörig, als er dieses Stellenangebot entdeckt, ist es doch die perfekte Gelegenheit während des Winters, abgeschieden von jeglicher Ablenkung, sein Manuskript fertigzustellen und nach dem Verlust seines Job endlich wieder Fuß zu fassen. Kurzentschlossen bricht er mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny in die Berge auf, um den Job als Hausmeister des Overlook Hotels anzutreten.

 

Der Rest ist Literatur- [und Filmgeschichte]. Wer The Shining kennt, weiß nämlich, dass die Zeit der Torrances im Overlook alles andere als rosig verläuft und auf dem Weg zum großen Showdown nicht nur Nerven, sondern auch Menschenleben kostet…

 

Für mich zählt Shining zu einem von Stephen Kings beeindruckendsten, furchterregendsten und gleichermaßen mitreißendsten Werken. Ich habe das Buch quasi verschlungen und erinnere mich noch sehr lebhaft an einen Abend in meinem Bett, als draußen ein Herbststurm tobte und an meinem Rollo riss, während ich drinnen gemeinsam mit Jack, Danny und Wendy durch die menschenleeren Flure des Overlook spazierte…



Das 1977 veröffentlichte Werk gilt als Kings großer Durchbruch. Neben vielen autobiographischen Elementen, die es so lebendig machen, ist es vor allem die Entstehungsgeschichte, die mich fasziniert: Stephen King wollte seinen dritten Roman abseits seines bevorzugten Schauplatzes Maine spielen lassen und schlug zu diesem Zweck willkürlich einen Straßenatlas der Vereinigten Staaten auf. Mit seinem Finger landete er in Boulder Colorado.

 

Kurzerhand brachen er und seine Frau Tabitha in diese Richtung auf und mieteten sich im The Stanley Hotel ein, das in den Bergen Colorados thront. Das Hotel war gerade dabei für die Saison zu schließen und die Kings blieben die einzigen Gäste. Neben einem beklemmenden Essen zu zweit in einem ansonsten leeren Speisesaal, mysteriöser Musik, die durch das verlassene Hotel wehte und einem nächtlichen Spaziergang des Autors durch die einsamen Flure brauchte es nicht mehr viel mehr, um die Idee für Shining entstehen zu lassen…

 

Das Endprodukt ist heute ein Meilenstein der Horror-Literatur und auch die gleichnamige Verfilmung hat sich mit Jack Nicholsons Performance einfach unvergesslich gemacht [obwohl es einige Ungereimtheiten zwischen Film und Buch gibt, aber das ist ein anderes Thema…]

 

Klar also, dass ich diesem Buch [und dem Genie, der es geschrieben hat] einen unserer Halloween-Posts widmen musste. Herausgekommen ist eine Mahlzeit inspiriert vom Buch und einigen kulinarischen Details darin.



JACK TORRANCE’S TOMATEN-SUPPE MIT WHISKEY

 

Die Tomatensuppe wird im Buch von Wendy für sich und Danny zubereitet, nachdem Jack [aus Gründen, die mit einem langsamen Verlust des Verstandes zu tun haben] leider verhindert ist. Da Barbara dem ganzen einen besonderen Twist geben wollte, ist etwas Whiskey hinzugekommen, quasi als Erinnerung an die vielen einsamen Stunden, die Jack Torrance an der Bar verbringt, sich Whiskey genehmigt und mit einem Barkeeper spricht, der eigentlich nicht da ist…

 

Zutaten:

  • 1 Zwiebel
  • etwas Olivenöl
  • 2 Dosen geschälte Tomaten
  • 250 ml Wasser
  • etwas Whisky [optional]
  • 2-3  Tropfen Liquid Smoke [optional]
  • etwas Tabasco
  • 2 EL Creme légère
  • 3 EL Frischkäse
  • Salz, Ahornsirup

 

Zwiebel würfeln und in etwas Öl anbraten. Mit den Tomaten ablöschen, mit Wasser aufgießen. Bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten kochen. Restliche Zutaten bis auf den Frischkäse dazugeben, pürieren. Den Frischkäse unterrühren und pikant abschmecken.

 

 

 

WENDY’S KÄSEOMLETTE

 

Das Omelett gibt es zur Tomatensuppe dazu. Ich habe einfach nur ein paar gebratene Pilze hinzugefügt und alles auf einem Toast serviert. Hätte Danny sicherlich auch geschmeckt…

  • 6 Eier [Größe M]
  • 100 g Creme légère
  • 3 Frühlingszwiebeln, fein geschnitten
  • 50 g alten Gouda, ein Würfel geschnitten
  • 50 g geriebenen Parmesan
  • Petersilie
  • Muskatnuss, Paprika, Bockshornklee, Sumach, Cayennepfeffer
  • etwas Honig oder Ahornsirup
  • Salz, Pfeffer
  • 400 g gemischte Pilze
  • Öl
  • 2 EL Rotweinessig
  • 1 EL Honig oder Ahornsirup
  • Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer
  • Petersilie, gehackt

 

  • Nach Belieben: ein paar Scheiben Vollkorntoast

 

Alle Zutaten für das Omelett gründlich miteinander verrühren.

 

Die Pilze schneiden und in etwas Öl scharf anbraten. Essig und Honig hinzugeben und mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen. Die Pilze so lange braten, bis das die Flüssigkeit verkocht ist. Die Petersilie unterrühren und die Pilze in eine Schüssel geben.

 

Nun bei mittlerer Hitze die Omlette-Masse in die Pfanne geben, etwas stocken lassen und dann wenden. Von der anderen Seite ebenfalls garen und anschließend aus der Pfanne nehmen. Zusammen mit den Pilzen und nach Belieben mit Toast servieren.

 

 

 

MINI PECAN-PIES

 

Im Buch wird irgendwann ganz nebenbei erwähnt, wie die Familie Torrance sich [aus dem schier unermesslichen Vorrat des Overlooks] Pies einer bekannten amerikanischen Firma genehmigt. Diese Firma stellt diese Pies in unterschiedlichen Größen und ganz verschiedenen Sorten her.

 

Als ich ihr Angebot studiert habe, das von Klassikern wie Apple-, Blueberry- oder Cherrypie bis hin zu den verlockendsten Kreationen mit Schokolade reicht, stieß ich auch auf eine Variante, die ich schon seit Ewigkeiten selber machen will: den Pecan-Pie!

 

Was wäre also besser, als diesen einfach im Mini-Format zu zaubern und was soll ich sagen: ich weiß, warum ich diesen Südstaaten-Klassiker schon immer verlockend fand. 

 

Im knackigen Mürbeteig verbirgt sich nämlich eine cremige Füllung aus Ahornsirup und braunem Zucker, die nur noch durch die Zugabe von Zartbitterschokolade und den namensgebenden Pekannüssen noch besser werden kann.

 

Nachbacken lohnt sich, zumal ein paar herbstliche Gewürze das Ganze zu einem perfekten Begleiter fürs Kaffeetrinken machen, während es draußen in Strömen gießt und man es sich Drinnen so richtig schön gemütlich machen kann…

 

 

Zutaten für den Boden:

 

  • 200 g Dinkelmehl Typ 630
  • 100 g kalte Butter; gewürfelt
  • Salz
  • eine Prise Muskatnuss
  • 1 Ei [Größe M]

 

Die Zutaten rasch zu einem Teig verkneten. Diesen ausrollen und Kreise ausstechen, die etwas größer sind als der Durchmesser der Mulden im Muffinblech. Letztere mit den Teigkreisen auskleiden und zusammen mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.

 

 

Zutaten für die Füllung:

 

  • 100 g Pekannüsse
  • 50 g dunkle Schokolade
  • 2 Eier [Größe M]
  • 150 ml Ahornsirup
  • 50 g braunen Zucker [ideal ist Muscovado-Zucker, sofern man ihn bekommt!]
  • 50 g zerlassene, lauwarme Butter
  • je eine Prise Zimt und Piment
  • Salz

 

Nüsse und Schokolade hacken und mischen. Etwas von der Mischung auf den Teigböden verteilen.

 

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

 

Eier, Ahornsirup, Zucker, Butter, Gewürze und Salz vermischen. Die Füllung auf die Mulden verteilen und die Pies im vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen.

 

[Achtung! Die Füllung fängt beim Backen sehr stark an zu kochen. Das ist aber normal. Wer auf Nummer sicher gehen will, legt einfach ein Backpapier aufs Rost, falls etwas in den Ofen tropfen sollte!]



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