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Dreimal Gazpacho mit Pane di Polenta e Ricotta


DREI VERSCHIEDENE GAZPACHOS

 

[jedes Rezept für 2-4 Portionen]

 

Contigo pan y cebolla!

 

Was wörtlich übersetzt so viel meint wie ‘mit dir Brot und Zwiebel’ ist in Spanien eine ultimative Treue- und Freundschaftsbekundung. Der Verweis auf Essen bedeutet frei interpretiert nämlich: Mit dir gehe ich durch dick und dünn.

 

Tatsächlich sollen die Ursprünge dieser Redewendung bei der Gazpacho liegen, einem andalusischen Klassiker der Arme-Leute-Küche. Während sie heute beinahe eine spanische Institution mit beträchtlichem Ansehen darstellt, waren die ersten Gerichte, die unter dem Namen entstanden eher aus der Not geboren. Harte Brotreste wurden mit Wasser, Zwiebeln und Essig vor dem Wegwerfen bewahrt. Die arme Bevölkerung konnte es sich schlicht nicht leisten leichtfertig Lebensmittel verkommen zu lassen und so wurde die Brotsuppe im wahrsten Sinne des Wortes zum täglich Brot.

 

Als dann im 16. Jahrhundert mit Entdeckung Amerikas auch die Tomate ihren Weg auf spanische Äcker fand, entstand die Rezeptur, die wir heute kennen. Wie es dabei aber meistens so ist, hat beinahe jedes Dorf in Spanien ihr eigenes Rezept, von dem behauptet wird, es sei DAS einzig wahre. Noch dazu konnten mit zunehmender Beliebtheit auf der ganzen Welt, die verschiedensten Abwandlungen entstehen. Neben den klassischen Zutaten wandern auch immer öfter Früchte hinein oder man garniert die erfrischende Speise beispielsweise mit gebratenem Fisch.

 

Auch bei uns steht die Gazpacho im Sommer hoch im Kurs. Sie schmeckt gut, erfrischt bei Temperaturen jenseits der 30 °C und vor allem bleibt die Küche während der Zubereitung kalt. Da wir uns bei diesem Post mal wieder nicht entscheiden konnten, welche Variante es nun zu teilen gilt, ist es eine Zusammenstellung aus 3 Versionen geworden:

 

Die säuerlich-frische Apfel-Gurken-Gazpacho mit Kefir, eine mild-süße Pfirsich-Paprika-Variante mit Mandelmilch [Veganer geeignet] und zu guter letzt Barbaras Abwandlung des Klassikers mit einer unterschwelligen, wohligen Schärfe.

 

 

Alle drei sind definitiv einen Versuch wert! Außerdem lassen sie sich wunderbar vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Denn je länger sie ziehen können, desto besser schmecken sie. Außerdem erfrischen sie direkt aus dem Kühlschrank erst so richtig gut.



Zubereitung

 

Zutaten für die Apfel-Gurken-Gazpacho:

  • 120 g altbackenes Brot

  • 500 ml Kefir

  • 1 Salatgurke

  • 1 säuerlichen Apfel

  • 2 EL Zitronensaft

  • 2 EL Weißweinessig

  • ein paar Blätter frische Minze

  • Salz, Pfeffer

  • Honig oder Ahornsirup

Die Brotreste würfeln. Ungefähr die Hälfte des Kefirs mit dem Brot vermischen und kurz ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Gurke halbieren und mit einem Löffel die Kerne herauskratzen. Den Apfel vierteln und das Kerngehäuse entfernen.

 

Brot-Mischung mit Gurke, Apfel, Zitronensaft, Essig, Minze und dem restlichen Kefir in einem Mixer pürieren. Sollte die Mischung zu dick sein, einfach etwas Wasser hinzugeben.

 

 

Die Gazpacho nun mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken. Anschließend kalt stellen.



Zutaten für die Pfirsich-Paprika-Gazpacho [Vegan]:

  • 130 g altbackenes [Sauerteig]-Brot

  • 500 ml Mandelmilch

  • 250 g rote Spitzpaprika

  • 2 sehr reife Weinbergpfirsiche

  • ½ Salatgurke

  • 1 EL Zitronensaft

  • 2 EL Rotweinessig

  • Salz, Pfeffer

  • Ahornsirup

Das Brot würfeln und mit der Hälfte des Mandeldrinks übergießen. Die Mischung kurz ziehen lassen.

 

In der Zwischenzeit Paprika und Pfirsich schneiden. Die Gurke halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Alles mit Zitronensaft und Essig in einen Mixer geben.

 

Das Brot und den restlichen Mandeldrink zufügen. Alles cremig pürieren [eventuell noch etwas Mandeldrink oder Wasser zugeben, wenn es zu dickflüssig ist].

 

Die Gazpacho mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas Ahornsirup abschmecken. Kalt stellen.

 

 

Tipp: Wer es etwas scharf mag, kann noch 1-2 Tl Harissa hinzugeben.



Zutaten für die Tomaten-Edamame-Gazpacho [Vegan]:

  • 3 Scheiben altes Brot, gewürfelt

  • ½ Tasse Edamame [TK]; zubereitet

  • 1 Zwiebel, grob geschnitten

  • 1 Knoblauchzehe, grob geschnitten

  • 4-5 sehr reife Fleischtomaten, gewürfelt

  • 3 EL Olivenöl

  • Essig, Salz Tabasco

Alle Zutaten im Standmixer pürieren, mit den Gewürzen abschmecken. Nach Möglichkeit 30 Minuten ziehen lassen.





PANE DI POLENTA E RICOTTA

 

[für 10 Brötchen bzw. Kringel]

 

Diese Brötchen sind das Ergebnis eines Experiments. Solche Versuche gelingen mir nicht immer und es kommt wirklich oft vor, dass ich – hin und her gerissen zwischen Wut und Verzweiflung – vor dem fertigen Backwerk stehe und mich frage, was aus meiner [zugegeben oft SEHR genauen Vorstellung] eigentlich geworden ist. Geschmacklich komme ich dem zwar meist nahe, aber optisch …

 

In diesem speziellen Fall hat aber tatsächlich einmal alles funktioniert! Von der Teigherstellung über das Backen bis hin zur Verkostung.

 

Die Fusion aus dem südtiroler Ricottabrot und einer gekochten Polenta hin zu kleinen, knusprigen Teigkringeln war ein voller Erfolg. Zwar sind die nicht in 10 Minuten gebacken, sondern brauchen Zeit, aber das Warten lohnt sich wirklich. Ihr werdet mit einem weichen Inneren und einem krossen Äußeren belohnt, gepaart mit den Aromen von Parmesan und Butter.

 

Beim nächsten Mal werde ich die Pinienkerne in den Teig kneten, anstatt sie später auf die Brötchen zu streuen. Dann haben die kleinen Kerle noch ein bisschen Biss und ich bin vielleicht beim nächsten misslungenen Versuch etwas gnädiger mit mir…

 

Zubereitung

 

Zutaten:

  • 10 g frische Hefe

  • 100 g Weizenmehl Typ 550

  • 1 EL Honig

Die drei Zutaten mit 100 ml lauwarmem Wasser verrühren und mit Frischhaltefolie abdecken. Den Vorteig ca. 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen.

  • 250 ml Mandeldrink

  • 50 g Polenta

  • 50 g Butter

Den Mandeldrink bei mittlerer Hitze aufkochen lassen. Die Polenta einrieseln lassen und unter ständigem Rühren ca. 5-10 Minuten köcheln lassen. Die Polenta sollte nun etwa die Konsistenz von Kartoffelbrei haben. Den Topf vom Herd nehmen und die Butter unterziehen. Die Mischung auf einen sauberen Teller geben und handwarm abkühlen lassen.

  • 250 g Weizenmehl Typ 550

  • Salz

  • 70 g Ricotta

Mehl mit Salz verrühren und den Ricotta hinzugeben. Nun mit dem Vorteig und der abgekühlten Polenta zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verkneten. Eventuell benötigt ihr dazu noch 100-150 ml Mandeldrink / Wasser.

 

Den Teig in eine saubere Schüssel legen, mit Frischhaltefolie abdecken und 3-4 Stunden bei Raumtemperatu ruhen lassen.

  • 2 EL Mandeldrink

  • 1 EL groben Pfeffer

  • 2 EL geriebenen Parmesan

Nach der Gehzeit auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Der Teig ist etwas weich. Mit Ruhe lässt er sich aber gut verarbeiten. Wer mag kann die Hände etwas befeuchten.

 

Den Teig nun in 10 Stücke teilen. Diese zu ca. 15 cm langen Strängen formen und in sich eindrehen. Die Ende zusammendrücken und die Kringel auf ein Backblech legen. Mit den übrigen Strängen ebenso verfahren.

 

[Natürlich kann man auch normale Brötchen daraus formen!]

 

Die Teiglinge mit einem Geschirrtuch abdecken.

 

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Sobald er vorgeheizt ist, die Brötchen mit dem Mandeldrink bepinseln. Pfeffer und Parmesan vermischen und die Brötchen damit bestreuen.

 

Nun ca. 25-30 Minuten goldbraun backen.

 

 

[Ich habe eine Hälfte der Brötchen mit Pinienkernen bestreut. Allerdings würde ich das nicht wieder machen. Sie sind etwas dunkel geworden und eignen sich besser als Zugabe für den Teig. Einfach 30 g ohne Fett in einer Pfanne rösten und vor der Gehzeit unter den Teig kneten.]


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